Sonntag, 21. Juni 2015


Investment AC Wissen/Strategie


Sektoren ETFs und das Erzielen einer "Alpha" Rendite


Einfach in den Markt zu investieren ist eine super Sache. Es kostet nicht viel Zeit und Aufwand und ist sehr einfach und lohnenswert.
Wem das aber nicht genug ist und die Möglichkeit nutzen möchte eine "Übermarkt - Rendite" zu erzielen, der sollte den Markt in Sektoren unterteilen und sich so einen "besseren" Index selbst zusammenbasteln. Wie so ein Portfolio aussehen kann werden wir anhand ein paar Beispiele näher erläutern und auch zeigen wie wir hier Vorgehen.
Alles soll aber in erster Linie als Idee und Anregung gelten und keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung darstellen. Betrachten wir uns den S&P 500.
500 einzelne Unternehmen sind hier gelistet. In neun verschiedene Branchen unterteilt.

Hier die Auswahl mit Ticker Symbol:

Consumer Discretionary (XLY)Consumer Staples (XLP)Energy (XLE)Financials (XLF)Health Care (XLV)Industrials (XLI)Materials (XLB)Technology (XLK)Utilities (XLU)

Wäre der S&P 500 gleichgewichtet nach Branchen aufgeteilt, würde jede Branche zu 11,10% im Index vertreten sein.Dies ist allerdings nicht der Fall.Somit kann man hierraus schon einen ersten Investmentansatz herausfiltern, indem man die Branchen des S&P 500 gleichgewichtet. Dies hat zur Folge, dass Übergewichtete Branchen nun kein erhöhtes systematisches Risiko aufweisen.
Dieser Idee wurde bereits ein weiterer ETF aufgelegt,der EQL, der genau diesen Investmentansatz verfolgt.Ob hieraus allerdings eine Alpha Rendite erzielbar ist, ist fraglich. Fest steht, dass die Korrelation und das Beta zum Markt ein wening verringert wird.So kann man definitiv festhalten, sich die Branchen ETFs einmal näher anzuschauen.
Bei unseren bisherigen Aktienauswahl und Entscheidungsfindung der Einzeltitelauswahl standen bisweilen fünf Kriterien im Vordergrund:

1) es handelt sich um eine starke Marke, der (Mehr-)Ertrag soll aus der Marke entstehen und nicht aus kapitalintensiven Anlagevermögen (Kraftwerke, Bohrinseln, Schiffe etc.), das zugleich noch hohen Wartungskosten und Instandhaltungskosten unterliegt
2) Die Branche muss sich in einem Megatrend befinden und somit auch noch über Jahre hinweg nachhaltig Geld verdienen
3) Die Grundbedürfnisse des Kunden sollen befriedigt werden. Also: Essen, wohnen, Sicherheit, Gesundheit etc (siehe Bedürnisspyramide nach Marslow)
4) Die Firma muss über eine grundsolide und effiziente Finanzierung verfügen 
5) die Aktie sollte ein technisch defensiver Wert sein.


Das sind bisweilen die wichtigsten Kernpunkte unserer Investmentphilosphie.
Die Frage ist nun, in welchen Branchen finden wir die meisten dieser Titel?Die Antwort ist nach langer Recherche: In den Konsumgütern, Pharmawerten und Technologiewerten. Auch die Finanzbranche sticht hier hervor, passt aber aufgrund ihrer zyklik und undurchschaubaren Finanzstruktur nicht ganz hier herein.
Also können wir unsere Branchen nun Filtern und stellen fest, dass noch vier von neun Branchen übrig bleiben:

Consumer Discretionary (XLY)Consumer Staples (XLP)Health Care (XLV)
Technology (XLK)

Bilden wir aus diesen vier Branchen nun unser Portfolio und vergleichen die Performance und die Risikokennzahlen der vergangenen 15 1/2 Jahre erhalten wir folgendes Ergebnis:


Zusammensetzung




Performance

Was hier jetzt zu erläutern ist sind zwei Sachen. Als Erstes stellen wir fest, dass die Kennzahlenanalyse (welche hier nur bedingt dargestellt ist) das Ergebnis hat: weniger Dividenden Rendite als Benchmark, höheres KGV als BM, aber auch eine höhere Gewinnmarge bietet als BM und einen bessern Verschuldungsgrad hat als BM (hier allerdings vorerst nicht weiter aufgeschlüsselt).
Das Zweite ist nun: wie kommt denn jetzt diese Überrendite zustande? 
Und da lohnt der Blick in die Korrelation bzw. in den Drawdown Vergleich. 

Unsere Portfolio ist aufgrund der Struktur wesentlich "Stressresistenter", da konjunkturunabhänig und hat somit historisch kleinere Drawdowns als die Benchmark.
Und genau hier liegt der Vorteil, denn dadurch das unsere Portfolio im maximalen Drawdown "nur" ca. 42% an Wert einbüßen musste, brauchte es "nur" um ca. 72 % zu steigen um wieder bei Plus-/Minus Null zu stehen.Die Benchmark hingegen mit einem max. Drawdown von ca. 55% muss allerdings um 122 % steigen um auf Ausgangsniveau zu landen.
Somit ist man mit unserem Portfolio wieder schneller in der Gewinnzone und verschafft sich somit einen Vorteil um eine langfristige Überrendite zu erzielen.

Das Problem ist allerdings wenn eine unserer ausgewählten Branchen in einer "Krise" steckt. Das heißt: Auch wir können nicht vorhersagen wie sich die einzelnen Branchen in der Zukunft entwickeln werden und wie deren Performance sich entwickelt.
Aber die Kennzahlen und die Finanzstruktur lassen einen ruhig schlafen. Außerdem soll der Fokus des Portfoliomanagments darin liegen die maximalen Drawdowns zu minimieren. Agiert man nun eng am Markt, kommt die Überrendite quasi von ganz allein.

Wie man mit anderen Techniken, wie eine Erweiterung der Anlageprodukte und Einsatz von Derivaten, die Drawdowns weiter eliminieren kann wird an anderer Stelle alsbald hier diskutiert.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen