Die Effizienz eines Unternehmens
Wie in meinem ersten Post bereits veröffentlicht, ist es überaus wichtig für ein Unternehmen und insbesondere für den Investor das dieses nachhaltig Geld verdient.
Entgegen den Vorstellungen der Wall Street und vielen Anlegern halte ich es für überaus wichtig, dass das Unternehmen seinen nach Möglichkeit gesamten Gewinn im Unternehmen belässt und nicht als Dividende ausschüttet!
Aber nur unter einer Bedingung. Es muss effizient sein.
Doch wie kann ich als Anleger genau das Messen?
Hier bietet sich wiederum ein Blick in die Bilanz des Unternehmens an. Für diejenigen die nicht die gesamten Bilanzen eines jeden Unternehmens zur Verfügung hat. Hier eine Quelle wo man sich solche übersichtlich zeigen lassen kann. Insbesondere Die Unternehmen die Im Dow Jones Index gelistet sind werden hier kostenlos veröffentlicht:
https://research.valueline.com/research#list=dow30&sec=list
Doch welche Kennzahl suchen wir jetzt? Die Eigenkapitalrendite (hier MCD;Quelle: ValueLine):
Der Durchschnitt der amerikanischen Unternehmen im Bezug auf die Eigenkapitalrendite liegt bei ca 12%.
Somit fällt hier deutlich auf, dass die Mc Donalds zur jeder Zeit über diesem Wert lag.
Bilden wir hier einen Durchschnitt über die letzten 10 Jahre erhalten wir einen Wert von 28,69%!!
Wie berechnet sich diese Kennzahl?
Man betrachtet den Gewinn des Unternehmens und setzt ihn ins Verhältnis zum Eigenkapital. Ganz einfach.
Was sagt diese Kennzahl nun aus?
Jeder Dollar den dieses Unternehmen verdient und im Unternehmen belässt kann so profitabel eingesetzt werden, dass eine Rendite auf diesen Dollar von ca. 28,69% erzielt werden kann.
Deswegen macht es keinen Sinn sich diesen Dollar als Dividende ausschütten zu lassen und zusätzlich noch Steuer und Soli drauf zahlen zu müssen.
Bedeutet für uns in Deutschland das 25%+Soli+Kirchensteuer abgezogen werden, sodass unterm Strich nur noch ca 0,73 Dollar übrig bleiben. Und auf diese 0,73 Dollar muss ich nun eine Rendite erwirtschaften die aus diesen 0,73 Dollar nächstes Jahr 1,2869 Dollar macht. Bedeutet ich müsste eine Rendite von ca. 76% Prozent erwirtschaften.
Unternehmerisch ergibt sich bei der Betrachtung der Eigenkapitalrendite aber folgendes Problem was es genauer zu Prüfen gilt.
Stellen Sie sich vor Sie erwirtschaften 1 $ Gewinn. In Ihrer Bilanz stehen 100$ Aktiva Vermögen und Ihr Eigenkapital beträgt 1$. Dann haben Sie zwar eine Eigenkapitalrendite von 100% aber eine Gesamtkapitalrendite von nur 1%. Dieser Effekt heißt Leverage Effekt. Man hebelt über Fremdkapital seine Gewinnmarge.
Das es sich dabei nicht um eine nachhaltige Eigenkapitalrendite handelt liegt auf der Hand. Aus diesem Grund gilt es die Eigenkapitalquote des Unternehmens zu überprüfen um eine Aussage treffen zu können wie das Unternehmen finanziert ist.
Der Fokus soll dabei ganz gewiss auf konservativ finanzierte Unternehmen liegen.
Bedeutet man berechnet den Anteil des Eigenkapitals auf die Bilanzsumme. Bei dem vorherigen Beispiel wäre damit eine Eigenkapitalquote von 1% zustande gekommen.
Am Beispiel MCD (Quelle: finanzen.net):
Eigenkapital: 16.009,70 Mio. USD
Bilanzsumme: 36.626,30 Mio USD
Macht eine Eigenkapitalquote von ca. 43,71%.
Handelt es sich jetzt hierbei um ein konservativ finanziertes Unternehmen??
Daraus eine konkrete Antwort abzuleiten wäre falsch. Das ist etwas was jeder für sich selbst entscheiden muss.
Als Hilfestellung kann man sich die Eigenkapitalquoten aus der Peer Group betrachten und auswerten. Oder man schaut sich an was das Unternehmen für Fremdkapital bezahlt. Mit einem A2 Rating nämlich so gut wie nichts. Es kann sich über die nächsten 45 Jahre aktuell mit 4% Geld am Markt leihen.
Desweiteren kann man sich anschauen aus welchem Bereich die Verbindlichkeiten kommen. Sind es kurzfristige Verbindlichkeiten z.B. das Fleisch für den BigMäc? Oder handelt es sich dabei um langfristige Schulden?
Auf finanzen.net sind langfristige Schulden mit ca. 17.301,06 Mio USD ausgewiesen. Macht also eine Langzeit Fremdkapitalquote von ca. 47,23%.
In meinen Augen ist eine solche Quote als durchaus konservativ zu erachten und betriebswirtschaftlich sinnvoll.
Hochgerechnet auf die Bilanzsumme ergibt sich außerdem eine Gesamtkapitalrendite von aktuell ca.19,4%.
Also denken Sie mal darüber nach ob es wirklich sinnvoll ist in ein Unternehmen zu investieren welches hohe Dividenden ausschüttet.
"Das Ziel sollte sein, eine Aktie ohne Dividendenausschüttung zu kaufen, die über eine Periode von 30 Jahren unter Berücksichtigung der Zinseszinsen eine jährliche Rendite von 15% liefert und dafür nur einmal, nämlich am Ende der Periode, 35% Steuern zu zahlen. Dies ergibt eine jährliche Rendite nach Steuern von 13,4%."
Charlie Munger, Forbes, 22. Januar 1996

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